Teilprojekt 6

Inzidenz und funktionelle Auswirkung von Multimorbidität im Alter

 

Eine neue Definition: Realistische Begriffserklärung

 

Angaben zur Häufigkeit von Multimorbidität variieren in bisherigen Studien stark. Grund dafür sind unterschiedliche Methoden, mit denen Krankheiten erhoben wurden und die Verwendung verschiedener Definitionen des Begriffes „Multimorbidität“. Ziel des Teilprojekts 6 ist es, eine neue Definition von Multimorbidität zu entwickeln und Auswirkungen auf das Alltagsleben Betroffener zu beschreiben. Dazu werden die Forscher anhand der Daten der getABI-Studiengruppe das Vorkommen von Multimorbidität über fünf Jahre ermitteln und ihre Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten, soziale und kognitive Funktionen sowie die Lebensqualität analysieren.

 

Die Ergebnisse der getABI-Gruppe werden kontrastiert mit denen einer Gruppe schwer betroffener Schlaganfallpatienten aus dem Dortmunder Schlaganfallregister. Die Forscher werden diese Patienten im Mittel drei Jahre nach ihrem Schlaganfall zu Hause besuchen und interviewen. Auch in dieser Gruppe werden die zusätzlichen Erkrankungen erhoben und deren Auswirkungen auf das Alltagsleben der Betroffenen analysiert. So soll ein realistisches Bild dessen entstehen, was Multimorbidität bedeutet und wie sie sich für die Betroffenen auswirkt.

 

Weiteres Thema des Teilprojekts, das vor allem in der Gesundheitsberichterstattung und in epidemiologischen Studien zu älteren Menschen bedeutsam ist, ist die Abschätzung des Anteils älterer Menschen, die dauerhaft in Heimen leben. Bevölkerungsbasierte Studien schließen häufig Personen aus, die in Seniorenheimen oder anderen Institutionen leben. Deshalb gibt es wenig Angaben zu ihrer Zahl, insbesondere wenn sie keine Pflegeleistungen (aus der Pflegeversicherung) beziehen. In Kooperation mit der Stadt Dortmund wird in diesem Teilprojekt ein einfacher Algorithmus entwickelt und erprobt, der realistische Schätzungen ermöglicht.

 

Projektleitung

Prof. Dr. med. Klaus Berger MPH, MSc

Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin

Westfälische Wilhelms-Universität

Domagkstr. 3

48149 Münster