Teilprojekt 5

Das hausärztliche Assessment für ältere Menschen: Gesundheitsprioritäten der Patienten, Versorgungsbedarf aus ärztlicher Sicht und resultierende Interventionen

 

Strukturierte Sprechstunde: Effektiv Betreuung beim Hausarzt

 

Sprechstunden beim Hausarzt sind in der Regel nicht auf ältere Menschen mit einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden ausgelegt, sondern auf klar umrissene, akute Probleme, die keiner umfassenden Beratung bedürfen. Eine strukturierte Erfassung bedeutsamer Beschwerden und Erkrankungen im Alter (Assessment) kann jedoch Ausgangspunkt für eine umfassende und zwischen Arzt und Patient abgestimmte Behandlungsplanung sein. Ein Leitfaden für ein solches so genanntes Assessment („STEP“) wurde in einer europäisch konzertierten Aktion entwickelt. Seine Anwendung testen die Forscher im Teilprojekt 5.

 

Fragen sind: Wie sehen Gesundheitsprobleme im Alter aus? Was läuft bei und nach einem hausärztlichen Assessment ab? Wie wirksam ist dieses Vorgehen bezogen auf die individuellen Gesundheitsprobleme der Patienten?

 

Die Studiengruppe – 440 über 70-jährige Patienten aus 44 Hausarztpraxen im Raum Hannover – erhält das STEP-Assessment in der Hausarztpraxis und daraufhin initiierte Maßnahmen. Die Kontrollgruppe – 440 über 70-Jährige, zufällig aus der hausärztlichen getABI-Studiengruppe gewählt – erhält lediglich das STEP-Assessment, ohne dass die Ergebnisse mit dem Hausarzt besprochen werden. In beiden Gruppen wird der subjektive Versorgungsbedarf, den die Patienten selbst empfinden, erhoben und bewertet. In der ersten Gruppe werden zudem die Einschätzung des objektiven Versorgungsbedarfs durch den Hausarzt und die beabsichtigten Maßnahmen erfasst.

 

Nach drei Monaten findet eine Nachbefragung beider Gruppen statt. Die Patienten bewerten erneut die Liste mit ihren in der Erstbefragung erfassten Gesundheitsproblemen. In der ersten Gruppe gibt der Hausarzt an, welche Maßnahmen tatsächlich stattgefunden haben und die Patienten berichten ihrerseits, welche Behandlungen sie wahrgenommen und welche Medikamente sie tatsächlich eingenommen haben. So wird erstmals untersucht, ob und wie sich die Einschätzung von Arzt und Patient unterscheidet.

 

Projektleitung

Prof. Dr. med. Eva Hummers-Pradier, Dr. med. Ulrike Junius-Walker, Dr. med. Gudrun Theile, MPH, Dr. med. Christiane Müller

Abteilung für Allgemeinmedizin

Medizinische Hochschule Hannover

Carl-Neuberg- Str. 1

30625 Hannover